Vom Funktionieren im Außen zu einem stimmigen Lebensstil im Einklang mit mir selbst
Worum es bei Artgerechte Selbst-Haltung® geht
Artgerechte Selbst-Haltung ist mein Begriff für einen bewussten, individuellen Lebensstil, in dem ich mich selbst so „halte“ und organisiere, dass mein Leben zu meinem Körper, meinem Geist und meinen Werten passt und langfristig tragfähig bleibt. Statt fremden Vorgaben, starren Routinen oder esoterischen Versprechen zu folgen, kläre ich für mich, was für mich wirklich sinnvoll ist – im Beruf, im sozialen Leben und in meiner persönlichen Entwicklung. Im Zentrum stehen dabei Grundprinzipien, bewusste Entscheidungen und ein verantwortlicher Umgang mit der eigenen Lebensenergie.
In meiner Arbeit verbinde ich psychologische Beratung, Werte‑ und Entscheidungsarbeit sowie körper- und bewusstseinsorientierte Methoden zu einem konsistenten Ansatz: bewusster Lifestyle für Artgerechte Selbst-Haltung mit sozialem Leben und Erfolg im Beruf.
Die Denk- und Handlungsprinzipien hinter einem bewussten, tragfähigen Lebensstil
Leitgedanken und Grundlagen
Klarheit durch Analyse – verstehen, was wirklich passiert
Artgerechte Selbst-Haltung beginnt mit einem klaren Blick auf die eigene Lebenssituation. Ich betrachte zusammen mit meinen Klient:innen, welche Anforderungen auf sie einwirken, welche Muster sie stabilisieren und welche sie überlasten. Dabei geht es um berufliche Strukturen, Beziehungsdynamiken, innere Haltungen und körperliche Signale.
Ich arbeite mit einem Denken in Grundprinzipien: Statt einzelne Symptome zu „bekämpfen“, suchen wir die zugrunde liegenden Mechanismen. Dieser analytische Zugang ermöglicht es, Entscheidungen nicht aus dem Affekt, sondern aus verstandenem Zusammenhang zu treffen.
Bewusste Verantwortung – genommene Eigenverantwortung
Ein zentrales Prinzip ist genommene Eigenverantwortung. Ich unterstütze Menschen dabei, klar zu unterscheiden, was in ihrem Einflussbereich liegt – und was nicht. Daraus folgen konkrete Entscheidungen: Welche Lebensbereiche gestalte ich aktiv um? Wo setze ich Grenzen? Wo akzeptiere ich Rahmenbedingungen und schone damit meine Energie?
Eigenverantwortung bedeutet in diesem Kontext weder Selbstüberforderung noch Selbstbeschuldigung. Es geht um eine realistische, reflektierte Haltung, die persönliche Handlungsfähigkeit stärkt.
Gelebte Selbstbestimmung – Artgerechte Selbst-Haltung
Mit Artgerechte Selbst-Haltung meine ich ein stimmiges Zusammenspiel von Körper, Geist und Werten. Ich hinterfrage gemeinsam mit meinen Klient:innen übernommene Normen, Leistungsbilder und Erfolgsdefinitionen. Auf dieser Basis entwickeln wir Haltungen und Gewohnheiten, die zu ihrer tatsächlichen Lebensrealität passen.
Ziel ist ein Lebensstil, der gleichzeitig leistungsfähig, sozial verbunden und innerlich stimmig ist – ohne rigide Askese, ohne Selbstoptimierungszwang und ohne Ausweichen in rein symbolische „Selbstfürsorge“, die im Alltag nicht trägt.
Wovon ich mich distanziere, um verantwortungsvoll mit Menschen zu arbeiten
Was Artgerechte Selbst-Haltung® nicht ist
Keine klassische Problem‑ oder Störungsorientierung
Artgerechte Selbst-Haltung ist kein Angebot, das Menschen primär über Defizite oder „Störungen“ adressiert. Ich arbeite nicht mit Krankheitsbegriffen, sondern mit Entwicklungs‑, Entscheidungs‑ und Gestaltungsfragen. Wir widmen uns Belastungen, Stress und Überforderung, aber nicht als Etiketten, sondern als Signale für notwendige Anpassungen von Struktur, Haltung und Lebensstil.
Der Fokus liegt auf Selbstkompetenz, Klarheit und langfristiger Stabilität – nicht auf der Suche nach „Fehlern“, die behoben werden müssen.
Keine esoterische Energie‑Versprechung
Methoden aus Yoga, Tantra, Meditation, Atemarbeit und körperorientierten Ansätzen setze ich pragmatisch und erklärbar ein. Es geht nicht um mystische Heilsversprechen oder unüberprüfbare Energiekonzepte. Stattdessen arbeite ich mit nachvollziehbaren Wirkmechanismen: Körperwahrnehmung, Aufmerksamkeitslenkung, Stressregulation, Umgang mit Anspannung und Entspannung, Integration von Gegensätzen im Alltag.
Wo Begriffe aus spirituellen Traditionen hilfreich sind, nutze ich sie als Modelle – nicht als Dogmen. Entscheidend ist, ob eine Methode im konkreten Leben einer Person einen funktionalen Unterschied macht.
Keine starre Selbstoptimierung
Artgerechte Selbst-Haltung ist nicht das nächste Programm zur Selbstoptimierung. Es geht weder darum, immer „besser“ zu funktionieren, noch darum, jedes Lebensfeld maximal zu steigern. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was ist für mein aktuelles Leben ausreichend gut, tragfähig und für mich innerlich stimmig?
Daraus entstehen individuell passende, flexible Routinen, statt starre Checklisten. Diese Routinen dürfen sich verändern, wenn sich Lebensphasen und Prioritäten ändern.
Abgrenzung: Ich grenze mich bewusst von einem esoterischen Verständnis von Energie ab, das mit übernatürlichen Kräften, universalen „Schwingungen“ oder physikalisch klingenden Behauptungen ohne nachvollziehbare Evidenz arbeitet. Wenn ich von Lebensenergie und Energiefluss spreche, ist das ein pragmatisches Arbeitsmodell für erlebte Intensitäten, Spannungen, Bewegungen und Blockaden im inneren Erleben, nicht die Behauptung einer im naturwissenschaftlichen Sinn messbaren Substanz. Ich respektiere, dass Menschen aus spirituellen Traditionen oder persönlichen Überzeugungen heraus zu anderen Deutungen kommen können; meine eigene Arbeit orientiert sich jedoch an klar unterscheidbaren Ebenen: einer metaphorischen Sprache für psychische und körperliche Prozesse auf der einen Seite und empirisch prüfbaren Aussagen auf der anderen. Damit bleibt der Begriff „Energie“ für mich ein bewusst eingesetztes Werkzeug zur Strukturierung von Erfahrung, nicht ein Dogma über die Beschaffenheit der Wirklichkeit.
Abgrenzung: Tantra verstehe ich in meiner Arbeit als eine traditionsreiche, auf vedischer Philosophie basierende Sichtweise auf Bewusstsein, Körper und Welt. Im Zentrum stehen dabei unter anderem die Erfahrung von Verbundenheit, die Integration scheinbarer Gegensätze (z.B. Aktivität und Ruhe, Stärke und Verletzlichkeit) sowie ein achtsamer, verantwortungsvoller Umgang mit Lebensenergie. Ich beziehe mich ausdrücklich nicht auf die in vielen modernen westlichen Medien verbreiteten sexualisierten oder „szenetypischen“ Formen von Tantra, sondern auf einen reflektierten, philosophisch fundierten Ansatz, der für die persönliche Entwicklung nutzbar gemacht werden kann.
Abgrenzung: Schamanismus verwende ich als Referenz auf grundlegende philosophische und weltanschauliche Konzepte, die sich in vielen Naturreligionen finden: die Vorstellung von Verbundenheit zwischen Mensch, Natur und Kosmos, die Arbeit mit Symbolen, Ritualen und inneren Bildern sowie das bewusste Nutzen veränderter Aufmerksamkeitszustände, um Erfahrungen zu ordnen und zu integrieren. Dabei distanziere ich mich klar von klischeehaften Darstellungen, wie sie in modernen Medien häufig mit Drogenkonsum, unreflektiertem „Trance-Event“ oder esoterischem Spektakel verbunden werden. In meiner Praxis geht es um strukturierte, nüchtern reflektierte Selbsterfahrungsräume, die ohne Substanzen auskommen und in einen klar besprochenen Rahmen mit Vorbereitung, Begleitung und Nachbearbeitung eingebettet sind.
Wo wir konkret ansetzen, damit sich dein Lebensstil spürbar verändert
Zentrale Arbeitsfelder in Artgerechte Selbst-Haltung®
Wertearbeit und Sinnorientierung
Ich arbeite mit klar strukturierter Wertearbeit: Wir klären, welche Werte für eine Person tatsächlich handlungsleitend sind, wo es Widersprüche zwischen gelebter Realität und innerem Anspruch gibt und welche Entscheidungen sich daraus ergeben.
Werte dienen dabei nicht als Schlagworte, sondern als praktische Kriterien. Auf Basis dieser Kriterien lassen sich berufliche Weichenstellungen, Beziehungsentscheidungen und Alltagsgewohnheiten konsistent gestalten.
Stress‑ und Lifestyle‑Management
Ein zweites Feld ist bewusstes Stress‑ und Lifestyle‑Management. Hier geht es nicht nur um kurzfristige Entspannung, sondern um die konstruktive Steuerung von Belastung, Erholung und Leistungsphasen. Wir analysieren gemeinsam:
- Welche Faktoren erzeugen dauerhafte Überlastung?
- Wo liegen realistische Stellschrauben im Alltag?
- Welche einfachen Anpassungen (Schlaf, Ernährung, Bewegung, Mediennutzung, soziale Rhythmen) entfalten spürbare Wirkung?
Aus diesen Analysen entwickeln wir ein individuelles, alltagstaugliches Arrangement – kein Idealplan, sondern ein robustes Setup.
Achtsamkeit, Körperbewusstsein und Atmung
Methodisch arbeite ich mit Elementen aus:
- Yoga (Grundprinzipien: Körperwahrnehmung, Stabilität, Ausgleich)
- Tantra (Grundprinzipien: systemischer Umgang mit Spannungen und Gegensätzen)
- Meditation (Grundprinzipien: vertiefte Aufmerksamkeit, Fokus, Entspannung)
- Pranayama und Breathwork (Grundprinzipien: bewusste Atemtechniken zur Regulierung und Leistungsfähigkeit)
- Achtsamkeitsorientierten Übungen und Körperarbeit zur Verbesserung der Body‑Mind‑Connection
Diese Methoden werden jeweils an Person, Kontext und Alltag angepasst. Ziel ist eine realistische Integration: kurze, wirksame Übungen statt umfangreicher, nur schwer aufrechterhaltbarer Programme.
Was ich zusage – und woran Sie mich messen können...
Mein Angebot
Unternehmensberatung
Projektgeschäft
🔗www.pmbare.com
Unternehmensberatung ist die individuelle Aufarbeitung verschiedenster Problemstellungen durch die Interaktion zwischen unabhängigen Personen und einer Organisation.
- Klassisches und agiles Projektmanagement
- Prozessmanagement, Change Management
- Enterprise Architektur, Informationsarchitektur, Business Architektur
- Scrum Master, Product Owner, Scaled Scrum (Nexus)
- Teamleitung, Agile Leadership, Kanban Scrum
- Businessanalyse und Requirements Engineering
- Data Science, Prozess- und Objektmodellierung
Personenberatung
Psychologische Beratung
🔗www.beratung.expert
Psychologische Beratung durch unabhängige Personen umfasst psychologische Maßnahmen und Interventionen, die der Überwindung von Konflikten oder Problemen dienen.
- Supervision, Selbsterfahrung, Mediation
- Karriereentwicklung, Zielfindung und -erreichung
- Stressmanagement und Burnout-Prävention
- Life Style Adaptation für ganzheitlichen Erfolg
- Entspannungstechniken, Selbsthypnose
- Werte- und Strategiearbeit, Sinnfindung
- Persönliche Entwicklung, Empathietraining
Persönliche Dienstleistung
Körperliche Ausgewogenheit
🔗www.artgerechte-selbsthaltung.com
Die körperliche Ausgewogenheit hat zum Ziel, die Lebensenergie in Körper und Geist mit unterschiedlichen Methoden und Techniken ins Gleichgewicht zu bringen.
- 🔗Yoga - körperliches u. geistiges Wohlbefinden
- 🔗Tantra - Integration der Gegensätze im Leben
- 🔗Meditation - Praxis vertiefter Aufmerksamkeit
- 🔗Pranayama - Nutzen und Macht des Atems
- Achtsamkeit und Bewusstheit, MBSR, Traumreisen
- Schamanische Trance, Regression, Integration
- Körperarbeit, Body-Mind-Connection, Selbsterfahrung
Bewusster Atem und klarer Geist - 🔗www.pranayama.institute
Hier biete ich strukturierte Atemübungen, Meditation und mentale Fokustechniken an, mit denen du dein Nervensystem beruhigen, Stress abbauen und deine Präsenz im Alltag stärken kannst. Die Methoden sind klar angeleitet, wissenschaftlich anschlussfähig gedacht und bewusst nicht-esoterisch formuliert – geeignet für Menschen, die ihre Selbststeuerung, Regeneration und Konzentrationsfähigkeit gezielt trainieren wollen.
So ergänzen diese bewusstseinsorientierten Methoden meine Arbeit an Körper, Persönlichkeit und Organisation: Du lernst, deinen Atem als praktisches Werkzeug zu nutzen, innere Zustände zu regulieren und dadurch einen bewussten, individuellen Lebensstil zu entwickeln, in dem Körper, Geist und Werte zusammenpassen.
Dipl.-Ing. Christoph Dicklberger - 🔗www.dicklberger.com
Ich arbeite seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Struktur, Menschen und Veränderung. In meiner Arbeit verbinde ich analytische Tiefe, klare Sprache und Verantwortung für Ergebnisse mit einem bewussten, körperlich verankerten Zugang zu Lebensstil und Ausgewogenheit.
In der Unternehmensberatung strukturiere ich komplexe Vorhaben, Anforderungen und Architekturen so, dass Organisationen klare Entscheidungen treffen und Projekte in der Realität funktionieren.
In der Personenberatung unterstütze ich Menschen dabei, ihre Situationen und Muster präzise zu verstehen und auf dieser Basis tragfähige, selbstbestimmte Entscheidungen für ihr Leben zu treffen.
Im Bereich der körperliche Ausgewogenheit arbeite ich mit körper‑ und bewusstseinsorientierten Methoden, um einen bewussten, individuellen Lebensstil zu entwickeln, in dem Körper, Geist und Werte zusammenpassen.
Das Fundament, auf dem Artgerechte Selbst-Haltung im Alltag steht
Die Grundprinzipien von Artgerechte Selbst-Haltung®
Artgerechte Selbst-Haltung bedeutet für mich, mein Leben nicht über Zufall, Gewohnheit oder fremde Erwartungen zu steuern, sondern bewusst über wenige, klare Grundprinzipien. Diese Prinzipien bilden den Rahmen, in dem ich Entscheidungen treffe, Verantwortung übernehme und mich gezielt weiterentwickle.
- Denken in Grundprinzipien
- Statt mich in Details zu verlieren, orientiere ich mich an wenigen, tragfähigen Grundprinzipien. Ich hinterfrage Routinen, Trends und Glaubenssätze systematisch und überprüfe, ob sie meinen Zielen, meinen Werten und meiner Realität tatsächlich dienen.
- Genommene Eigenverantwortung und gelebte Selbstbestimmung
- Ich übernehme Verantwortung für meine Entscheidungen, meine Prioritäten und meinen Lebensstil. Ich treffe bewusste, informierte Wahlentscheidungen, statt mich auf Ausreden, Umstände oder andere Menschen zu verlassen, und richte mein Handeln an meiner eigenen Selbstbestimmung aus.
- Alles bringt etwas und alles kostet etwas
- Jede Entscheidung hat einen Nutzen und einen Preis – in Zeit, Energie, Aufmerksamkeit, Geld oder Beziehungen. Ich trainiere mich darin, diese Kosten und Erträge klarer zu sehen, abzuwägen und so zu entscheiden, dass meine Lebensbilanz langfristig stimmig bleibt. Der Leitgedanke hier ist: Gut, gesund und nachhaltig ertragreich für Körper, Emotionen, Geist und Seele.
- Abgrenzung gegenüber anderen und gegenüber eigener Verhaltensweisen
- Ich unterscheide, was wirklich meines ist und was aus Erwartungen, Mustern oder Automatismen entsteht. Dazu gehört die Abgrenzung gegenüber den Vorstellungen anderer ebenso wie die bewusste Distanz zu eigenen Verhaltensweisen, die mir nicht (mehr) guttun, auch wenn sie vertraut oder bequem sind.
- Wie ich meinen Körper gestalte: Gesundheit, Fitness, Ernährung
- Mein Körper ist die physische Grundlage für alles, was ich tue. Ich gestalte ihn aktiv – über Bewegung, Ernährung, Regeneration und ein realistisches Gesundheitsverhalten –, statt ihn nur zu „benutzen“, bis er nicht mehr funktioniert.
- Wie ich mit meinen Sinnen umgehe: Medien, Unterhaltung, Entspannung
- Was ich konsumiere, prägt meine Wahrnehmung, meine Emotionen und meine Denkprozesse. Ich gehe bewusst mit Medien, Unterhaltung und Reizen um, reguliere mein Erregungsniveau und schaffe mir Räume für echte Entspannung statt bloßer Betäubung.
- Wie ich fokussiere: persönliche Entwicklung
- Artgerechte Selbst-Haltung ist kein statischer Zustand, sondern ein Entwicklungsprozess. Ich richte meinen Fokus gezielt auf persönliches Lernen, auf den Ausbau meiner Kompetenzen und auf die Weiterentwicklung meiner Persönlichkeit, statt Wachstum dem Zufall oder äußeren Anlässen zu überlassen.
- Wie ich mich ganzheitlich als Individuum begreife: spirituelles Wachstum
- Ich setze mich damit auseinander, wie ich mich selbst, Sinn, Werte und „das Größere“ hinter meinem Leben verstehe. Spirituelles Wachstum bedeutet für mich, meine inneren Haltungen zu klären, meine Verbundenheit zu reflektieren und meine Existenz nicht auf rein materielle oder kurzfristige Ziele zu reduzieren.
- Wie ich mich ganzheitlich über mich selbst hinaus begreife (im Sinne von Unity, Universalität und Transzendenz)
- Über die persönliche Spiritualität hinaus frage ich mich, wie ich mich in größere Zusammenhänge einordne: in Systeme, Beziehungen, Natur und das, was ich als universell erlebe. Ich betrachte mich als Teil eines Ganzen, das über meine individuelle Perspektive hinausgeht, und justiere mein Handeln im Spannungsfeld von Individualität, Einheit und Transzendenz.
Geliehene Energie sinnvoll nutzen – statt sie im Alltag zu verbrennen
All energy is only borrowed – und irgendwann muss ich sie zurückgeben
Ich erlebe mein Leben nicht als lineare Erfolgskurve, sondern als eine zeitlich begrenzte Leihgabe von Möglichkeiten, Kraft und Bewusstsein. Ich kann nicht verhindern, dass Krisen, Verluste und Schicksalsschläge passieren. Was ich sehr wohl beeinflussen kann, ist der Zustand, in dem sie mich antreffen: körperlich, geistig und emotional.
Deshalb verstehe ich meinen Alltag als Vorbereitung auf die schwierigen Momente, von denen ich weiß, dass sie kommen werden. Ich trainiere meinen Körper, weil er meine erste Schnittstelle zur Realität ist. Ich schärfe meine Wahrnehmung, weil ich nur das gestalten kann, was ich bewusst wahrnehme. Ich pflege meine Beziehungen, weil sie mein tragfähigstes Netzwerk sind, wenn es ernst wird.
„All energy is only borrowed“ bedeutet für mich, dass ich mit meinen Ressourcen umgehe, als wären sie nicht selbstverständlich:
- Ich investiere in Schlaf, Ernährung, Regeneration und körperliche Leistungsfähigkeit, damit ich Reserven habe, wenn plötzlich viel Kraft gebraucht wird.
- Ich arbeite an Klarheit, Fokus und innerer Stabilität, damit ich in Stresssituationen nicht vollständig vom Außen gesteuert werde.
- Ich entwickle Routinen, die mich nicht nur in guten Zeiten „optimieren“, sondern mich in schlechten Zeiten überhaupt handlungsfähig halten.
Unglücke und Schicksalsschläge bleiben Teil der Realität – unabhängig davon, wie gut ich „aufgestellt“ bin. Aber es macht einen massiven Unterschied, ob ich ihnen ausgeliefert gegenüberstehe oder ob ich ihnen mit einem trainierten Nervensystem, einem belastbaren Körper und einer geordneten inneren Struktur begegne.
Am Ende gebe ich diese geliehene Energie zurück: in Form der Spuren, die ich hinterlasse – in meinem Körper, in den Menschen um mich herum und in der Art, wie ich auf Belastung reagiert habe. Für mich ist „Artgerechte Selbst-Haltung“ genau das: die Zeit meiner geliehenen Energie so zu nutzen, dass ich bereit bin, wenn das Leben ungemütlich wird.
Gleichzeitig macht genau dieser bewusste Umgang mit meiner Energie das Leben im Alltag radikal angenehmer. Wenn Körper, Geist und das, was ich als meine innere Tiefe erlebe, in einem weitgehend stabilen und ausgeglichenen Zustand sind, wird Genuss nicht zu einer kurzen Flucht aus dem Stress, sondern zu einem Grundmodus, in dem ich mich häufiger bewege.
Nur wenn mein Geist nicht permanent mit Sorgen, inneren Konflikten und Daueralarm beschäftigt ist, kann er im Hier und Jetzt wirklich aufgehen: in einem Gespräch, in einer Berührung, in einem guten Essen, in Stille. Ein regulierter Körper, ein klarer Kopf und ein inneres System, das sich sicher genug fühlt, nicht ständig „aufpassen“ zu müssen – genau das sind für mich die Voraussetzungen dafür, dass ich das Leihgabe-Prinzip dieser Energie nicht als Bedrohung erlebe, sondern als Einladung, diesen geliehenen Zeitraum maximal bewusst und genussfähig auszukosten.
Spirituelle Begriffe nüchtern nutzen – als Modelle, nicht als Glaubenssystem
Wie ich mit spirituellen Konzepten arbeite
Energie und Energiefluss – ein funktionales Denkmodell
Wenn ich von Energie und Energiefluss spreche, verwende ich eine metaphorische Sprache für Vorgänge, die sich im Nervensystem, in der Körperwahrnehmung und im unbewussten Denken abspielen. Unser bewusster Verstand kann nur einen sehr kleinen Ausschnitt der realen Komplexität verarbeiten; ein Großteil der Informationsverarbeitung passiert unbewusst. Dieses unbewusste System zieht Rückschlüsse und stellt sie dann über Empfindungen, Körpersignale, Stimmungen und Intuition zur Verfügung – das, was viele Menschen als „Energie“ oder „Energiefluss“ beschreiben.
Ich arbeite daher nicht mit Energie im Sinne einer physikalisch messbaren Substanz, sondern mit einem Denkmodell, das dem menschlichen Gehirn hilft, komplexe innere Vorgänge strukturiert wahrzunehmen. Entscheidend ist für mich nicht, ob ein Energiekonzept „kosmisch wahr“ ist, sondern ob es im Alltag hilft, Spannungen, Blockaden und Ressourcen besser zu erkennen und gezielter mit ihnen umzugehen.
Seele – innere Weite statt religiöses Dogma
Wenn ich von Seele spreche, meine ich damit nicht ein Heilsversprechen oder ein metaphysisches Objekt im Sinne großer Weltreligionen. Ich verwende den Begriff als Beschreibung für die inneren Weiten, die sich öffnen können, wenn Aufmerksamkeit und Gedanken sich nach innen richten – hin zu meinem eigenen Erleben, zu meiner Existenz, zu Sinn- und Wertefragen.
In dieser inneren Weite erlebe ich oft eine andere Qualität von Bewusstsein: weniger Lärm, mehr Klarheit, ein tieferes Spüren dessen, was mir wirklich wichtig ist. Seele ist für mich daher eine Arbeitsdefinition für diese Dimension des Daseins – dort, wo ich mich nicht nur als Funktionseinheit in Rollen und Aufgaben erlebe, sondern als ganzer Mensch mit Tiefe, Verletzlichkeit und Verbundenheit.
Genommene Eigenverantwortung und gelebte Selbstbestimmung
Genommene Eigenverantwortung bedeutet für mich, meine Handlungsspielräume nüchtern zu erkennen und aktiv zu nutzen. Ich unterscheide klar zwischen dem, was in meinem Einflussbereich liegt, und dem, was ich nur begrenzt oder gar nicht steuern kann. Auf dieser Basis treffe ich konkrete Entscheidungen: Welche Lebensbereiche gestalte ich aktiv um? Wo setze ich Grenzen? Wo akzeptiere ich Rahmenbedingungen und schone damit bewusst meine Ressourcen? Eigenverantwortung ist in diesem Sinn weder Selbstüberforderung noch Selbstbeschuldigung, sondern eine reflektierte Haltung, die meine persönliche Handlungsfähigkeit stärkt.
Gelebte Selbstbestimmung heißt, meinen Lebensstil so zu organisieren, dass er zu meinem Körper, meinem Geist und meinen Werten passt – und nicht zu fremden Idealen oder trendigen Bildern von Erfolg. Ich überprüfe übernommene Normen, Rollen und Leistungsansprüche und erlaube mir, sie dort zu verändern, wo sie meiner Realität widersprechen. Aus dieser Klarheit entstehen Haltungen und Gewohnheiten, die mich nicht nur funktionieren lassen, sondern mir ein Leben ermöglichen, das leistungsfähig, sozial verbunden und innerlich stimmig ist.
Persönliche Entwicklung und spirituelles Wachstum
Persönliche Entwicklung verstehe ich als einen kontinuierlichen Prozess, in dem ich meine Kompetenzen, meine Muster und meine Persönlichkeit bewusst weiterentwickle. Ich richte meinen Fokus gezielt auf Lernen, auf das Verstehen meiner eigenen Strukturen und auf das Verändern von Verhaltensweisen, die langfristig nicht mehr tragfähig sind. Entwicklung ist für mich kein Zufallsprodukt äußerer Krisen, sondern eine bewusste Entscheidung, meinen Spielraum im Denken, Fühlen und Handeln systematisch zu erweitern.
Spirituelles Wachstum bedeutet in diesem Rahmen, mich mit den Fragen zu beschäftigen, die über kurzfristige Ziele und rein materielle Erfolgskennzahlen hinausgehen. Ich setze mich damit auseinander, wie ich Sinn, Verbundenheit und das „Größere“ hinter meinem Leben für mich definiere. Dabei geht es nicht um Dogmen, sondern um innere Haltungen: Wie erlebe ich mich als Individuum? Wie erlebe ich mich als Teil eines größeren Ganzen? Und wie justiere ich mein Handeln im Spannungsfeld von persönlicher Freiheit, Verantwortung und Verbundenheit mit anderen Menschen und Systemen?
Pragmatische Nutzung spiritueller Modelle – offen für Metaphysik, wirksam im Alltag
Ich arbeite mit diesen spirituellen Konzepten bewusst in einer sehr irdischen, nüchternen und pragmatischen Weise: Als Modelle, Metaphern und strukturierende Denkwerkzeuge, mit denen wir innere Prozesse greifbar machen und gezielt beeinflussen können. Dabei spreche ich weder Energie, noch Seele, noch anderen verwendeten Begriffen ab, auch als reale Phänomene in einer metaphysischen oder transzendenten Dimension existieren zu können – ob und wie sie dort „wirklich“ sind, bleibt ausdrücklich offen. Für die Arbeit mit Artgerechte Selbst-Haltung ist es jedoch vollständig ausreichend, diese Konzepte so zu nutzen, wie wir auch in Physik, Psychologie oder Systemtheorie mit Modellen arbeiten: als präzise, alltagstaugliche Landkarten, die uns helfen, Verantwortung für uns selbst zu übernehmen, statt eine letztgültige Beschreibung der Wirklichkeit zu beanspruchen.
Selbstreflexion im Kontext Artgerechter Selbst‑Haltung
Selbstreflexion als Kern von Artgerechter Selbst‑Haltung
Reflexion und Selbstreflexion – eine saubere Unterscheidung
Wenn ich von Reflexion spreche, meine ich zunächst ein strukturiertes Nachdenken über etwas Äußerliches: über eine Situation, ein Projekt, eine Beziehung, eine Entscheidung. Ich analysiere, welche Faktoren wirken, welche Muster sichtbar werden, welche Optionen realistisch sind. Reflexion hilft mir, Komplexität im Außen zu ordnen und besser zu verstehen, was tatsächlich passiert.
Selbstreflexion geht einen Schritt weiter. Hier richte ich den Blick nicht nur auf die Situation, sondern vor allem auf mich selbst in dieser Situation. Ich untersuche mein eigenes Denken, Fühlen, Handeln und meine körperlichen Reaktionen. Ich frage mich:
- Welche Annahmen und Überzeugungen steuern mein Verhalten gerade?
- Welche Gefühle tauchen auf, und was sagen sie über meine Prioritäten und Grenzen?
- Wo folge ich alten Mustern, obwohl sie mir heute nicht mehr guttun?
- Wie reagiert mein Körper – Atmung, Spannung, Energie – auf das, was ich tue oder lasse?
Während Reflexion die Außenwelt sortiert, klärt Selbstreflexion meine innere Position in dieser Welt. Beide Ebenen gehören zusammen, sind aber nicht identisch: Ich kann eine Situation brillant analysieren und trotzdem blind für meine eigenen Muster bleiben – oder umgekehrt mich endlos mit mir selbst beschäftigen, ohne die objektiven Rahmenbedingungen zu sehen. Artgerechte Selbst‑Haltung setzt an der Verbindung beider Ebenen an.
Selbstreflexion als Werkzeug für Artgerechte Selbst‑Haltung
Artgerechte Selbst‑Haltung bedeutet, meinen Lebensstil so zu gestalten, dass er zu meinem Körper, meinem Denken und meinen Werten passt – und zwar auf eine Weise, die langfristig tragfähig ist. Dazu reicht es nicht, gelegentlich „über mich nachzudenken“. Es braucht eine wiederkehrende, nüchtern-ehrliche Selbstreflexion, die drei Ebenen zusammenführt:
- Körperliche Ebene
- Ich beobachte, wie mein Körper auf meinen Alltag reagiert: Schlaf, Spannungszustände, Verdauung, Atmung, Grundenergie, Erholungsfähigkeit. Ich nehme ernst, dass Müdigkeit, Gereiztheit, Antriebslosigkeit oder ständige Übererregung Informationen sind – keine zufälligen Störungen. Selbstreflexion heißt hier, die körperlichen Signale in einen Zusammenhang mit meinem Verhalten, meinen Entscheidungen und meinen Rahmenbedingungen zu bringen.
- Mentale und emotionale Ebene
- Ich prüfe, welche Gedankenmuster und inneren Geschichten meinen Alltag dominieren: „Ich muss funktionieren“, „Es hängt alles an mir“, „Ich darf keine Schwäche zeigen“, „Später kümmere ich mich um mich selbst“. Ich nehme wahr, welche Gefühle im Vordergrund stehen – etwa Druck, Ärger, Enttäuschung, Schuld, Scham, Freude, Neugier – und wo sie zur aktuellen Lage passen oder eher zu alten Erfahrungen gehören. Selbstreflexion bedeutet hier, das eigene innere Skript zu erkennen, bevor es automatisch entscheidet.
- Werte- und Sinn-Ebene
- Ich kläre für mich, was mir wesentlich ist: Welche Werte möchte ich in meinem tatsächlichen Alltag sichtbar leben – nicht nur auf Folien oder in Leitsätzen. Selbstreflexion heißt dann, regelmäßig zu prüfen, ob mein gelebter Alltag mit diesen Werten übereinstimmt oder ob ich mich schrittweise von dem entferne, was mir eigentlich wichtig ist. Artgerechte Selbst‑Haltung entsteht dort, wo ich diese Diskrepanzen nicht schönrede, sondern bewusst adressiere.
Selbstreflexion ist in diesem Verständnis kein Selbstzweck. Sie ist ein Werkzeug, mit dem ich meine Entscheidungen, meine Routinen und meinen Umgang mit Belastung fortlaufend anpasse. Sie erlaubt mir, nicht nur zu funktionieren, sondern eine für mich stimmige Form von Leistungsfähigkeit, Verbundenheit und Lebensfreude zu entwickeln.
Selbstreflexion im Spannungsfeld von Struktur, Beziehung und Lebensstil
Artgerechte Selbst‑Haltung verbindet drei Bereiche, die auf den ersten Blick getrennt erscheinen: strukturiertes Arbeiten, psychologische Klärung und bewussten Umgang mit dem eigenen Körper und Lebensstil. Selbstreflexion ist das verbindende Prinzip zwischen diesen Ebenen.
- Struktur und Entscheidungen
- In komplexen Zusammenhängen brauche ich Klarheit darüber, wie Ziele, Rollen, Verantwortung und Entscheidungen tatsächlich verteilt sind. Selbstreflexion ergänzt diese strukturelle Klarheit um die Frage: Wie trage ich mit meinem Verhalten, meinen Entscheidungen und meinen Grenzen zu Stabilität oder Instabilität bei? So wird aus äußerer Ordnung eine innere Haltung zu Verantwortung.
- Beziehungen und innere Muster
- In beruflichen wie privaten Beziehungen wiederholen sich bestimmte Muster: Kooperationsbereitschaft oder Rückzug, offene Kommunikation oder Ausweichen, konstruktive Konflikte oder Dauervermeidung. Selbstreflexion macht sichtbar, wie meine eigenen Annahmen, Verletzungen und Loyalitäten diese Muster mitgestalten. Artgerechte Selbst‑Haltung heißt hier, Beziehungen so zu gestalten, dass sie sowohl meinen eigenen Grenzen als auch denen anderer gerecht werden.
- Lebensstil und Körper
- Die Gestaltung meines Tages, meine Form von Ernährung, Bewegung, Erholung und Anregung wirken unmittelbar auf Körper und Psyche. Selbstreflexion im körperlichen Sinn bedeutet, nicht nur „richtig“ zu handeln, sondern zu beobachten, wie mein konkreter Körper auf bestimmte Routinen reagiert. Artgerechte Selbst‑Haltung entsteht, wenn ich aus diesen Beobachtungen konsequent lerne und meinen Lebensstil Schritt für Schritt so einrichte, dass er mich trägt, statt mich langsam zu erschöpfen.
In all diesen Bereichen ist Selbstreflexion der Mechanismus, mit dem ich aus Erfahrung lerne – anstatt meine Muster nur zu wiederholen und hinterher zu erklären. Sie schafft die Grundlage, auf der ich bewusste Verantwortung übernehmen und meinen Alltag in eine Richtung entwickeln kann, die meiner eigenen Art entspricht.
Grundlagen für Selbstreflexion aus der Bibel
Die sieben Todsünden
1. Hochmut (Superbia)
- Klassisch: Hochmut stellt die Überzeugung dar, anderen überlegen zu sein, und führt laut christlicher Lehre zur Trennung von Gott und den Menschen.
- Moderne Interpretation: In meinem Ansatz ist Hochmut meist das Resultat einer inneren Unsicherheit, die durch äußere Überhöhung kompensiert werden soll. Eine solche innere Haltung verhindert echter Selbstverantwortung, da sie Reflexion und Lernbereitschaft blockiert. Entwicklung erfordert vielmehr Offenheit für eigene Fehler und die Bereitschaft, am Gegenüber zu wachsen – ohne sich selbst zu erhöhen.
2. Geiz (Avaritia)
- Klassisch: Geiz bezeichnet die übermäßige Anhaftung an Materiellem und damit die Unfähigkeit zu Großzügigkeit oder Selbstlosigkeit.
- Moderne Interpretation: Besitzdenken und Fixierung auf Mangel erschweren es, frei und mit Freude im Flow des Lebens zu stehen. Wer Ressourcen nicht teilt, verwehrt sich und anderen wertvolle Erfahrungen von Fülle und Verbindung. Ich verstehe Großzügigkeit als Schlüssel zur Weiterentwicklung und Stabilität im Miteinander.
3. Wollust (Luxuria)
- Klassisch: Wollust steht für übermäßige Sinneslust und das Ausleben körperlicher Begierden.
- Moderne Interpretation: Eine rein triebhafte Verfolgung von Lust kann zum Selbstzweck werden und von echter Begegnung und authentischer Verbindung ablenken. In meiner Perspektive bedeutet bewusste Sexualität, Integrität und Spüren in die Begegnung zu bringen – nicht Verdrängung, sondern Integration und verantwortungsvoller Umgang mit eigener Körperlichkeit.
4. Zorn (Ira)
- Klassisch: Zorn wird als unkontrollierte Wut und zerstörerische Aggression verstanden.
- Moderne Interpretation: Wut ist ein Signal für Verletzung oder Überforderung – sie darf gespürt und konstruktiv genutzt werden, sofern Verantwortung übernommen wird. Es geht darum, die Energie des Zorns bewusst in eine klare, lösungsorientierte Haltung zu transformieren, anstatt sie zu verdrängen oder destruktiv auszuleben.
5. Völlerei (Gula)
- Klassisch: Völlerei ist das Übermaß beim Essen und Trinken, verbunden mit Kontrollverlust.
- Moderne Interpretation: Die Flucht in exzessive Konsummuster erzeugt oft eine Leere, die nicht dauerhaft gestillt werden kann. Ich sehe in Mäßigung und bewusstem Genuss eine Form der Selbstachtung: Wer achtsam isst oder konsumiert, lebt gesünder und erlebt echte Zufriedenheit.
6. Neid (Invidia)
- Klassisch: Neid meint das Missgönnen von Erfolgen oder Besitz anderer.
- Moderne Interpretation: In einem gesunden Rahmen signalisiert Neid einen unerfüllten Entwicklungswunsch. Pathologischer Neid aber blockiert Wertschätzung und verhindert echten Austausch. Ich ermutige, Neidgefühle für die Reflektion eigener Bedürfnisse zu nutzen – als Antrieb für eigene Entwicklung statt für Abwertung anderer.
7. Trägheit des Herzens (Acedia/Langweile)
- Klassisch: Acedia meint geistige oder emotionale Antriebslosigkeit, Stagnation im Glauben und Alltag.
- Moderne Interpretation: Trägheit ist oft ein Zeichen mangelnder Verbundenheit mit sich selbst und der eigenen Vision. Echte Selbsthaltung entsteht durch bewusste Aktivierung innerer Ressourcen und durch das Gestalten von Situationen, in denen Entwicklung, Freude, Flow und Sinnfindung Raum bekommen.
Diese moderne Lesart integriert wissenschaftliche Erkenntnisse, fördert Eigenverantwortung sowie bewusste Anpassung und lädt dazu ein, die sogenannten Todsünden nicht moralisch zu werten, sondern als Wegweiser für bewusste Transformation und persönliches Wachstum zu nutzen.
Grundlagen für Selbstreflexion aus der Philosophie der altindischen Veda
Die Basis für Abgrenzung aus Raja Yoga
[...] die acht Stufen des Yoga, die es zu meistern gilt. Diese Stufen kannst du aber nicht so einfach abhandeln, wie wir es heute von To-do-Listen gewöhnt sind: Plan, Liste, Abarbeiten, Abhaken. Das Geheimnis des Lebens verbirgt sich nicht hinter Aufgabenlisten. Die Seele will erleben, erfühlen, trauern, sich freuen – und genau dabei hilft Patanjalis achtgliedriger Pfad. Patanjali: Der achtgliedrige Pfad des Yoga
Yama – Äußere Ausrichtung und Umgang mit der Welt
1. Ahimsa – Nicht‑Verletzen / Gewaltlosigkeit
Traditionell:
Ahimsa bedeutet, keinem fühlenden Wesen durch Gedanken, Worte oder Handlungen Schaden zuzufügen und bildet im klassischen Raja Yoga die Grundlage für ethische Entwicklung.
Moderne Interpretation:
In einer pragmatischen, irdischen Sicht ist Ahimsa vor allem ein Prinzip der Schadensminimierung – für mich selbst und für andere. Es geht um einen bewussten Umgang mit meiner Energie: Wie spreche ich mit mir? Wie verhalte ich mich im Konflikt, im Beruf, in Beziehungen? Ich richte mich darauf aus, Klarheit und Grenzen zu leben, ohne unnötig zu zerstören, und erkenne, dass auch Selbstvernachlässigung eine Form von subtiler Gewalt gegen mich selbst ist.
2. Satya – Wahrhaftigkeit
Traditionell:
Satya fordert eine Übereinstimmung von innerer Wahrheit und äußerem Ausdruck: Ehrlichkeit in Gedanken, Worten und Taten, ohne andere zu verletzen.
Moderne Interpretation:
In meiner Perspektive bedeutet Satya, dass ich meine Wahrnehmung ernst nehme und bereit bin, meine innere Wirklichkeit klar zu benennen – ohne sie als „absolute Wahrheit“ zu verkaufen. Ich verzichte auf Selbsttäuschung und auf das ständige Anpassen an fremde Erwartungen, wenn das meine Integrität untergräbt. Wahrhaftigkeit wird so zu einem Instrument, mit dem ich Beziehungen stabiler, transparenter und damit belastbarer mache.
3. Asteya – Nicht‑Stehlen
Traditionell:
Asteya meint, nichts zu nehmen, was mir nicht zusteht – materiell, emotional oder energetisch –, und die Ressourcen anderer zu respektieren.
Moderne Interpretation:
Heute können wir Asteya sehr konkret auf Zeit, Aufmerksamkeit und emotionale Energie beziehen: Ich eigne mir nichts an, das nicht freiwillig gegeben wird, und ich beanspruche andere nicht für meine innere Leere. Gleichzeitig achte ich darauf, meine eigenen Ressourcen nicht leichtfertig wegzugeben oder mich „ausnutzen“ zu lassen. Asteya stärkt damit gesunde Grenzen, gegenseitigen Respekt und ein realistisches Bild von Geben und Nehmen.
4. Brahmacharya – Bewusster Umgang mit Sexualität und Lebensenergie
Traditionell:
Brahmacharya wird im klassischen Kontext oft als Enthaltsamkeit oder als bewusster Umgang mit Sexualität und Sinneslust verstanden, um Energie für den spirituellen Weg zu bündeln.
Moderne Interpretation:
In einer zeitgemäßen, körperlich und seelisch integrierten Sicht geht es weniger um strenge Askese als um bewusste Lenkung meiner Lebensenergie. Ich gehe achtsam mit Reizen, Sexualität, Konsum und Ablenkungen um, weil ich weiß, dass jede Form von Exzess meine Klarheit, meine Beziehungsfähigkeit und meine Regenerationskraft schwächt. Brahmacharya wird so zu einer Haltung, die mir ermöglicht, Lust, Nähe und Genuss voll zu erleben – ohne mich darin zu verlieren.
5. Aparigraha – Nicht‑Anhaften / Nicht‑Anhäufen
Traditionell:
Aparigraha bedeutet, sich nicht an Besitz, Beziehungen oder Ergebnisse zu klammern, sondern mit innerer Freiheit und Einfachheit zu leben.
Moderne Interpretation:
Im Alltag heißt das für mich: Ich gestalte mein Leben so, dass ich nicht von Dingen, Status, Eindrücken oder Rollen identitär abhängig bin. Ich kann genießen, haben und gestalten – aber ich bin bereit loszulassen, wenn Strukturen nicht mehr zu mir passen. Diese Form von innerer Unabhängigkeit schafft Flexibilität, reduziert Stress und stärkt meine Fähigkeit, auf Veränderungen adaptiv und klar zu reagieren.
Niyama – Innere Ausrichtung und Umgang mit mir selbst
1. Saucha – Reinheit / Klarheit
Traditionell:
Saucha bezieht sich auf körperliche, geistige und energetische Reinheit: Pflege des Körpers, klare Ernährung, geordnete Umgebung und Reinigung des Geistes von destruktiven Mustern.
Moderne Interpretation:
Ich verstehe Saucha als bewusstes Gestalten von Kontexten, in denen ich klar denken und mich gut spüren kann: körperlich (Schlaf, Ernährung, Bewegung), mental (Informationsdiät, Fokus) und sozial (Umfeld, Beziehungen). Es geht nicht um sterile Perfektion, sondern um funktionale Klarheit, die es mir leichter macht, gute Entscheidungen zu treffen. Saucha schafft damit die Basis, auf der artgerechte Selbsthaltung im Alltag überhaupt möglich wird.
2. Santosha – Zufriedenheit / Genügsamkeit
Traditionell:
Santosha bedeutet, mit dem, was ist, innerlich einverstanden zu sein und nicht permanent nach mehr zu verlangen; diese innere Zufriedenheit gilt als Voraussetzung für geistige Ruhe.
Moderne Interpretation:
In einer dynamischen, leistungsorientierten Welt ist Santosha die Fähigkeit, auch mitten in Veränderung innere Ruhepunkte zu finden. Ich anerkenne, was bereits da ist, und kann Wertschätzung und Dankbarkeit praktizieren, ohne meine Entwicklungsziele aufzugeben. Zufriedenheit ist in diesem Sinn kein Stillstand, sondern ein klarer, stabiler Ausgangspunkt für sinnvolle Weiterentwicklung – statt ein dauernder Kampf gegen vermeintlichen Mangel.
3. Tapas – Disziplin / Wärme / Transformationskraft
Traditionell:
Tapas steht für zielgerichtete Disziplin, die Bereitschaft, Unbequemlichkeit zu akzeptieren und durch konsequentes Üben Reinigung, Stärke und Ausdauer zu entwickeln.
Moderne Interpretation:
Für mich ist Tapas die Haltung, durchzuhalten, wenn es unbequem wird – im Training, in innerer Arbeit, in Veränderungsprozessen. Es geht nicht um blinden Leistungswahn, sondern um bewusst gewählte, sinnvolle Anstrengung, die mich robuster, klarer und freier macht. Tapas verbindet damit Willenskraft mit Intelligenz: Ich wähle bewusst, wofür ich meine Energie investiere, und bleibe dran, weil es meinen Werten und meiner Entwicklung dient.
4. Swadhyaya – Selbststudium / Studium des Wissens
Traditionell:
Swadhyaya beschreibt das Studium heiliger Schriften, Mantren und der eigenen Psyche, um sich selbst, das eigene Denken und das höhere Prinzip besser zu verstehen.
Moderne Interpretation:
In einer pragmatischen Lesart bedeutet Swadhyaya, dass ich mein eigenes Erleben ernst nehme, reflektiere und mir regelmäßig ein realistisches Bild von mir selbst verschaffe – inklusive meiner blinden Flecken. Dazu gehören ehrliche Selbstreflexion, fundiertes Wissen (Psychologie, Körperwissen, Neurobiologie etc.) und das bewusste Beobachten meiner Muster im Alltag. Swadhyaya wird so zu einer dauerhaften Lernhaltung, die verhindert, dass ich mich in Illusionen, Projektionen oder spirituellen Wunschvorstellungen verliere.
5. Ishvara‑Pranidhana – Hingabe an ein größeres Prinzip
Traditionell:
Ishvara‑Pranidhana meint die Hingabe an das Göttliche, an das höhere Selbst oder an ein transzendentes Prinzip, das den individuellen Willen relativiert und Vertrauen in eine größere Ordnung fördert.
Moderne Interpretation:
In einer weltanschaulich offenen, auch wissenschaftsnahen Perspektive kann Ishvara‑Pranidhana bedeuten, dass ich anerkenne: Es gibt mehr Komplexität, als mein Verstand vollständig überblicken kann. Ich vertraue mich nicht blind einer Ideologie an, sondern entwickle eine innere Haltung von Demut gegenüber der Realität – biologisch, psychologisch, sozial, vielleicht auch spirituell. Diese Haltung ermöglicht es mir, Kontrolle dort loszulassen, wo sie illusionär ist, und meine Energie dort einzusetzen, wo ich tatsächlich Verantwortung übernehmen und gestalten kann.
Kurzfassung des Gesamtrahmens
- Traditionell sind Yama und Niyama ethische und disziplinarische Grundlagen des Raja Yoga: Sie ordnen Verhalten nach außen (Yama) und Haltung nach innen (Niyama), um den Geist für tiefere Praxis zu klären.
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Modern und pragmatisch lassen sie sich als hochfunktionale Orientierungsgrößen für artgerechte Selbsthaltung lesen:
- Yama reguliert, wie ich mit Energie, Grenzen, Besitz, Wahrheit, Nähe und Konflikt im Außen umgehe.
- Niyama reguliert, wie ich mit mir selbst, meinem Körper, meiner Klarheit, meiner Disziplin und meiner Einbettung in ein größeres Ganzes umgehe.
Damit werden Yama und Niyama nicht zu starren Moralregeln, sondern zu flexiblen Leitlinien für ein bewusstes, stabiles, anpassungsfähiges Leben – geerdet, wissenschaftlich anschlussfähig und gleichzeitig offen für eine metaphysische Deutungsebene, ohne sie zu erzwingen.
Vom Konzept in die Praxis: Formate, in denen du mit mir arbeitest
Wie ich Artgerechte Selbst-Haltung® vermittle
Einzelarbeit: bewusster Lifestyle im 1:1‑Setting
In der Einzelarbeit verbinde ich psychologische Beratung, Werte‑ und Entscheidungsarbeit sowie körperbezogene Methoden. Typische Themen sind:
- Neuordnung von beruflichen und privaten Prioritäten
- Umgang mit chronischer Überlastung und inneren Antreibern
- Klärung von Rollen und Grenzen in Beziehungen
- Entwicklung eines individuellen, tragfähigen Lebensstils
Die Arbeit ist klar strukturiert, transparent und zielorientiert. Wir definieren gemeinsam, welche Veränderungen im Alltag sichtbar werden sollen – und überprüfen regelmäßig, ob die eingeschlagenen Schritte tatsächlich dazu beitragen.
Workshops und Gruppenformate
Zusätzlich biete ich Workshops an, in denen Artgerechte Selbst-Haltung erfahrbar wird, zum Beispiel:
- „Bewusster Lifestyle für Artgerechte Selbst-Haltung - Intro“
- „Grenzen überwinden mit Eisbaden“
In diesen Formaten kombiniere ich kurze theoretische Inputs mit praktischen Übungen, Reflexionsphasen und strukturierter Nachbereitung. Ziel ist, dass die Teilnehmer:innen nicht nur ein intensives Erlebnis haben, sondern konkrete Werkzeuge und Haltungen mitnehmen, die sie im Alltag weiter nutzen können.
Integration in Beruf und soziales Leben
Artgerechte Selbst-Haltung bleibt nicht im Privaten. Ich unterstütze Menschen dabei, ihren individuellen Lebensstil mit beruflichen Anforderungen, Teamdynamiken und sozialen Verpflichtungen zu verbinden. Das umfasst unter anderem:
- Umgang mit Leistungsdruck, Verantwortung und Führungsrollen
- Gestaltung von Kooperation und Grenzen im beruflichen Umfeld
- Abgleich zwischen persönlichem Werteprofil und Unternehmenskultur
So entsteht ein Lebensstil, der gleichzeitig beruflich erfolgreich, sozial eingebunden und innerlich konsistent ist.
Wenn du dein Leben nicht dem Zufall oder starren Programmen überlassen willst
Für wen Artgerechte Selbst-Haltung® sinnvoll ist
Artgerechte Selbst-Haltung richtet sich an Menschen, die ihre Lebensgestaltung nicht delegieren möchten – weder an Zufall, noch an starre Programme. Typischerweise arbeite ich mit Personen, die:
- hohe berufliche Verantwortung tragen oder anstreben,
- mehrere Lebensbereiche (Beruf, Partnerschaft, Familie, persönliche Entwicklung) gleichzeitig im Blick behalten müssen,
- spüren, dass ihre aktuellen Routinen langfristig nicht tragfähig sind,
- bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich mit den eigenen Mustern präzise auseinanderzusetzen.
Wesentlich ist die Bereitschaft, sowohl mental als auch körperlich zu arbeiten – also Denken, Fühlen und Handeln zusammenzubringen.
Wenn du aus Interesse einen konkreten nächsten Schritt machen möchtest
Nächste Schritte und Kontakt
Wenn du deinen Lebensstil bewusster, tragfähiger und stimmiger gestalten möchtest, können wir in einem ersten Gespräch klären, welches Format für dich geeignet ist – Einzelarbeit, Workshop oder eine Kombination. In diesem Gespräch geht es um deine aktuelle Situation, deine Ziele und um eine realistische Einschätzung, welche Schritte sinnvoll und umsetzbar sind.
Kontaktmöglichkeiten und organisatorische Informationen findest du sowohl hier als auch auf meinen bestehenden Seiten zur Personenberatung und zu meinen Workshops. Auf dieser Basis können wir ein Setting definieren, das zu deinem beruflichen Kontext, deinem sozialen Leben und deinen persönlichen Ressourcen passt.
